Stiftung OST-WEST-BEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V.
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Stiftung OST-WEST-BEGEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V.

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Verein: Presse

Neues Deutschland, 03. März 2006

Falsches Material für die Turmspitze

Im Herbst soll sich Schloss Biesdorf äußerlich komplett in altem, neuem Glanz präsentieren

Von Steffi Bey

Noch ist der Turm eingerüstet, doch schon im Mai soll die imposante Spitze wieder hergestellt sein: Das kündigte gestern Günter Peters, Vorsitzender des Vereins "Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf" an. Die 138 Jahre alte spätklassizistische Villa wird seit fünf Jahren denkmalgerecht restauriert. Ein Jahr früher als geplant, werden im Herbst 2006 die aufwendigen Arbeiten an der äußeren Hülle beendet sein.
Vor allem dem rührigen Peters ist es zu verdanken, dass das von Heino Schmieden entworfene Schloss an der Bundesstraße B1/5 wieder zu einer Perle wird. Unermüdlich sucht er gemeinsam mit Verbündeten seit 1998 Sponsoren und akquiriert öffentliche Mittel für das rund 1,5 Millionen Euro teure Restaurierungs-Projekt. "Nach der Strategie des Bauens in kleinen Schritten, sind wir gut voran gekommen", resümierte der 77-jährige ehemalige Stadtbaudirektor Ost-Berlins.
So erstrahlen bereits der Portikus, die Ostseite mit Freitreppe, Loggia und einem Terrassencafé sowie die Südseite in altem, neuem Glanz. Kunstvoll verzierte Säulen und eckige Pfeiler im Altrosa-Ton bestimmen das Bild. Wer genau hinschaut, blickt allerdings auf eine fleckige Fassade, die irgendwie unfertig wirkt. Doch die sichtbaren Gebrauchsspuren sind gewollt, betont Bauleiter Raphael Abrell. Schließlich sei der gut erhaltene Fassadenputz von einst etwas Besonderes in der Region Berlin-Brandenburg. Er bestehe unter anderem aus "eisenoxidhaltiger Hochofenschlacke", ist dadurch sehr fest und habe sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Das ist ein Ergebnis von umfangreichen Untersuchungen der Bau-Experten. "Wir haben uns deshalb entschieden, die Fassade nur zu reinigen, damit der altrosa Farbton wieder zum Vorschein kommt", sagt Abrell. Als 2001 der Portikus an der Westseite fertiggestellt wurde, sei man noch nicht auf diesem Erkenntnisstand gewesen. Deswegen erhielten diese Säulen einen Anstrich, der ein gleichmäßiges Farbbild ergibt.
Im Herbst vergangenen Jahres begann die Sanierung des Turms. Dabei kamen jedoch Schäden ans Tageslicht, mit denen niemand gerechnet hatte. "Wir stellten fest, dass bei der Sanierung der Turmkuppel 1992 offensichtlich falsches Material zum Einsatz kam", erklärte Günter Peters. Damals sei Gipskalk-Mörtel mit Ziegelmehl gemischt worden: Was die acht Säulen der Turmspitze zum Bröckeln brachte. Mit Mehrkosten von etwa 140.000 Euro wird die Spitze jetzt komplett zurückgebaut. In den vergangenen Wochen wurden in der Werkstatt im Keller des Schlosses die je vier Meter langen Säulen in zwei Teilen vorgefertigt. Wenn es wärmer wird, montieren die Handwerker sie auf dem Turm.
Vielleicht können Besucher künftig von diesem Ausguck den Park und die Landschaft genießen. "Darüber werden wir nachdenken", versprach Peters. Auf jeden Fall sieht er die Erfüllung seines großen Traumes in greifbarer Nähe. Denn mit der Restaurierung der äußeren Hülle sei die Voraussetzung für den Wiederaufbau des Ober- und Dachgeschosses gegeben. Zwei Vorschläge zur Aufstockung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudeteile - liegen der Stiftung bereits vor.

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