Stiftung OST-WEST-BEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V.
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Stiftung OST-WEST-BEGEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V.

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Verein: Presse

Märkische Oderzeitung (MOZ), 06.10.2004

Saniert und schon beschmiert

Graffiti, verbrannte Bänke, herausgerissene Bäume - im Schlosspark Biesdorf nehmen Vandalismusschäden zu

Von Steffi Bey

Berlin. Öffnungszeiten für den Schlosspark Biesdorf hat jetzt die Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf gefordert. Der Grund: Schäden - ausgelöst durch Vandalismus - nehmen drastisch zu. Nun soll der Bezirk Marzahn-Hellersdorf eine Sperrstunde für das denkmalgeschützte Ensemble an der Bundesstraße 1 einführen. Bäume werden herausgerissen, Bänke demoliert und verbrannt. Vor allem nach den Wochenenden türmen sich Müll und Glasscherben auf dem Gelände. Graffiti verunzieren die gerade erst sanierte Säulenhalle des 136 Jahre alten Gebäudes. Schon jetzt hat Günter Peters, Vorsitzender der Stiftung, Angst, den Bauzaun wegzunehmen, wenn erst der markante Turm und auch die Ostfassade mit der hellen Freitreppe vollständig saniert sind. Denn die Schmierereien lassen sich extrem schwer von dem empfindlichen Sandstein entfernen. "Auch in den vergangenen Tagen sind wieder neue Verunzierungen dazu gekommen", ärgert sich der Stiftungsvorsitzende. Auch im hölzernen Teehaus sei schon wieder Feuer gemacht worden. "Unverständlich, mit welcher Zerstörungswut die Täter agieren", sagt der Biesdorfer. Anhand von Zahlen kann Günter Peters belegen, dass der Vandalismus im Park und am Schloss in den vergangenen Jahren zunahm: Mussten für die Beseitigung der Schäden 1999 noch 35 000 Euro aufgebracht werden, waren es 2003 bereits 152 000 Euro. Dabei brauche man jeden Euro für die aufwändige Schloss-Sanierung, die auf 1,5 Millionen Euro veranschlagt ist und bis 2007 beendet sein soll. "Der Bezirk muss endlich handeln, eine Parkordnung erlassen sowie Öffnungs- und Schließzeiten festlegen, fordert Peters. Außerdem sei - ähnlich wie in anderen Berliner oder Brandenburger Schlössern - Überwachungstechnik für das Schloss einzubauen. Die Stiftung hat dem Bezirk vor Wochen einen mehrseitigen Vorschlag für eine Parkordnung überreicht. Inzwischen gab es erste Gespräche mit dem Natur- und Umweltamt sowie Jugendlichen, die die Veranstaltungen in der Einrichtung nutzen. Aber entschieden ist bislang nichts. Kathrin Huth, Leiterin des Amtes macht deutlich, dass die Diskussion letztendlich in einer "Spezifizierung des gültigen Grünanlagengesetzes münden wird". Dazu seien gemeinsam Kriterien festzulegen, welche Wiesen beispielsweise künftig freigegeben werden. "Wir könnten uns auch vorstellen, auf einem Weg im Park das Rad fahren zu gestatten", sagt die Umweltamtsleiterin. Besonders für die Bewohner der benachbarten Paradiessiedlung wäre das eine Erleichterung auf ihrem Weg zur S-Bahn. Kathrin Huth schlägt auch Schließzeiten vor, die im Sommer um 23 Uhr beginnen sollten. Wichtig sei es, weiterhin vor allem mit den jugendlichen Parkbesuchern zu reden und ihnen die nützliche und wertvolle Natur zu erklären, betont die Leiterin. Ihrem Amt liegen einige Piktogramme vor, die von den jungen Leuten erdacht wurden. "Diese Hinweise, sie beziehen sich unter anderem auf das Müll wegwerfen, könnten an markanten Stellen im Park kleben." Zurzeit gibt es einen Wachschutz, der bis Mitternacht auf dem Gelände patrouilliert. Die Meinung der Anwohner zur geforderten Sperrstunde ist gespalten. Einige bemängeln nachts die längeren Wege von und zur S-Bahn, Jugendliche fürchten, nach der Schließung vieler Jugendklubs in Marzahn-Hellersdorf auch noch diesen Ort der Begegnung zu verlieren. Zahlreiche Biesdorfer haben sich jedoch in den vergangenen Tagen an einer von der Stiftung initiierten Unterschriftensammlung für einen dauerhaften Schutz von Park und Schloss beteiligt.

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